Wolfgang Hellmich besucht die Gruppe „MMM“ (Migranten mischen mit)

Der MdB Wolfgang Hellmich zu Besuch bei den Siegern

Der Abgeordnete ist wieder aktiv bei den Menschen im Kreis Soest unterwegs. Sein Weg führte ihn u.a. zu der Migrantengruppe in die AWO Jugendmigrationsstelle Lippstadt, die für ihr Projekt „Flüchtlingen ein Gesicht geben“ in diesem Jahr gleich mit zwei Preisen ausgezeichnet wurden. Der erste Preis wurde am 11. Mai in Paderborn vom Bündnis für Demokratie und Toleranz verliehen, am 13. Juni 2017 wurde der Gruppe in Hamburg vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Steinmeier der Integrationspreis 2017 vergeben.

„Schon vor drei Jahren war ich von der Gruppe MMM sehr angetan. Ich finde einfach den Gruppennamen so treffend! Migranten mischen mit! Diese jungen Menschen, die sich in der Schule, in der Ausbildung, im Abi oder im Studium befinden, interessieren sich für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie mischen sich tatsächlich ein! Im Gespräch kann ich heraushören, dass sie viel Ahnung vom Weltgeschehen haben. Es macht Hoffnung zu sehen, mit wieviel Leidenschaft, Idealismus und Spaß diese jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren an die einzelnen Projekte herangehen. Besonders in ihrem gegenwärtigen Projekt, (Ausstellung und Bühnenprogramm) geben sie in eindrucksvoller Form authentische Darstellungen über Leid, Schmerz, Trauer, Heimweh, aber auch Liebe und Hoffnung, die sie auf der Flucht und danach erlebt haben.“

Dem Abgeordneten wurde in den Räumlichkeiten der AWO das jüngste Projekt vorgestellt und Filmaufnahmen vom Bühnenprogramm gezeigt. Die Gruppe wird im Januar 2018 ihr Bühnenprogramm zum dritten Mal in Berlin zeigen. „Sehr gern unterstütze ich ihr weiteres Vorhaben!“


Ein kurzer Ausschnitt aus dem Bühnenprogramm

Deutscher Bundestag sucht noch Stipendiaten für die USA

Kreis Soest, 7. September 2017 – Noch bis zum 15. September können sich im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) Schülerinnen und Schüler, sowie Auszubildende für ein Austauschjahr in den USA bewerben. Das PPP wird gemeinsam vom Deutschen Bundestag und dem Kongress der Vereinigten Staaten getragen.

Alle Austauschschüler haben jeweils einen Bundestagsabgeordneten als betreuenden Paten. Wolfgang Hellmich hat sich in den vergangenen Jahren bereits mehrfach als Pate im PPP engagiert. „Das Kennenlernen anderer Kulturen fördert Toleranz und auch das Verständnis für Andersdenkende“, betont der Soester Bundestagsabgeordnete. „Daher leisten Schüleraustausche einen wichtigen Beitrag für die Demokratie.“

Als Vollstipendium deckt das PPP-Stipendium den kompletten Kostenbeitrag für das Austauschjahr ab – inklusive Reise, Versicherung, Organisation und Betreuung.

Interessierte Schülerinnen und Schüler, die zwischen dem 1. August 2000 und dem 31. Juli 2003 geboren sind, haben noch bis zum 15. September Zeit sich zu bewerben. Auszubildende müssen nah dem 31. Juli 1993 geboren sein und ihre Berufsausbildung bis zum 31. Juli 2018 abgeschlossen haben. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.bundestag.de/ppp. Dort ist auch eine direkte Bewerbung möglich.

YFU-Erfahrungsbericht zum Auslandsjahr in den USA vom August 2014 bis Juni 2015

„Wie stellst du dir dein Auslandsjahr eigentlich vor?“ An diese Frage erinnere ich mich wie an keine andere vor meinem Abflug in die USA und ich konnte sie damals nur schwer beantworten. Genauso schwer fiel es mir allerdings die Gegenfrage ein Jahr später zu beantworten. „Du, wie war eigentlich dein Austauschjahr?“ Denn wie sollte ich anderen von etwas erzählen, über das ich mir selbst noch nicht im Klaren war?

Jetzt, knappe fünf Monate nach meinem Rückflug, weiß ich auf die Fragen zu antworten, tue es aber nicht. Nicht weil ich unfreundlich bin und keine Lust habe mich mit Leuten zu unterhalten, sondern weil ich es nicht kann. Die Menschen geben sich mit meinen Antworten zufrieden wie: „Es war schön, ich hatte schlechte Tage, doch im Großen und Ganzen war es eine super Erfahrung.“ Und eben das ist das Problem, das Große und Ganze. Ein Jahr in einem anderen Land mit einer anderen Kultur, anderer Sprache, anderen Werten und auch mit einem anderen Leon Kutscher. Ich habe so viel zu erzählen, über Situationen und Gefühle, doch kann es nicht, weil es niemand so verstehen wird wie ich. Auf der Nachbereitungstagung konnte man sich annähern, an die an die „Aufarbeitung“ wie man so schön sagt und es steht außer Frage, dass es geholfen hat, doch trotzdem wird keine Übung, keine Gruppenkonversation und kein Teamer (freiwillige Arbeiter bei YFU) mich mit meinen Gedanken dahin bringen, wo ich gerne hin würde. Das alles heißt aber nicht, dass ich nicht erzählen werde, über das Wichtige, denn darum geht es schließlich in diesem Bericht.

Ich lebte mit einer Familie in St. Louis, Missouri im mittleren Westen der USA. Dort hatte ich neben den Gasteltern auch einen Gastbruder in meinem Alter und einen Hund. Meine Familie war streng christlich und neben dem wöchentlichen Kirchengang wurden auch alle anderen Einstellungen, ob politisch oder moralisch von der Religion geprägt. „Was in der Bibel steht ist Gesetz.“ Ich pflegte meinen Glauben in Deutschland wie es die meisten anderen in meinem Alter auch tun. In der Kirche, zu Weihnachten und Ostern, und wenn gefragt wird, sage ich, dass ich glaube, aber etwas dafür tun ist nicht drin. Ständig kollidierten meine Meinungen mit denen meiner Gasteltern, doch ließ ich sie das nie wissen um den Haussegen nicht zu erschüttern. Also machte ich das mit mir selber aus und so änderte sich meine Einstellung zu Religion rapide. Ich erzähle dies alles so genau, da es für mich auch jetzt in Deutschland einen spürbaren Unterschied macht. Ich denke anders und handele anders, während kein Tag vergeht, an dem ich nicht die Erinnerungen an dieses Thema in meinem Auslandsjahr wieder hervorrufe. Trotz dieser Gegenseitigkeiten bin ich meiner Gastfamilie sehr dankbar, denn es ist nicht selbstverständlich jemand Fremdes für eine solch lange Zeit aufzunehmen.

Abgesehen von meiner Gastfamilie hatten so viele andere Menschen so viele verschiedene Einflüsse auf mich, gute wie schlechte. Es dauerte ein wenig, bis ich den wirklichen Anschluss finden konnte, doch durch Sport und zum Beispiel einer Deutsch AG war es nicht unmöglich. Am Wochenende sind wir oft herumgefahren, haben Leute getroffen und eine gute Zeit gehabt, an die ich mich gerne zurückerinnere. Auch hatte ich eine tolle Gemeinschaft von Seiten der YFU. Egal ob Däne, Finne, Polin oder Türkin, wir verstanden uns alle sehr gut und spielten zum Beispiel in der Freizeit zusammen Fußball oder hatten Pool-Partys im Sommer.

Kulturell finde ich Amerika auch äußerst interessant. Das amerikanische Essen habe ich zu lieben und schätzen gelernt, wobei ich nicht von Burger King oder Taco Bell spreche, sondern von Barbecue und Pizza. Wer nach Amerika fährt muss die Chicago Big Pizza und Pulled Pork auf jeden Fall probieren. Genauso wie „Maccaroni and Cheese“, meine drei absoluten Favoriten. Ich war auch mehrmals in Konzerten von einem sehr interessanten Orchester oder Aufführungen wie „Das Phantom der Oper“, was deutlich zeigt, dass Amerika mehr zu bieten hat als Partys und Alkohol, wie es Filme doch gerne aufzeigen. Außerdem habe ich die Rassenprobleme, das heißt Rassismus und Unterschiede von Schwarz und Weiß, hautnah mitbekommen. Eine halbe Stunde von meinem Gasthaus lag nämlich der Ort Ferguson, in dem letzten Sommer Michael Brown erschossen wurde, was Demonstrationen und Gewalt nach sich zog. So konnte man auch die schlechten Seiten des Landes unbegrenzten Möglichkeiten kennenlernen, was definitiv zur Austauscherfahrung dazugehört.

Doch was haben mir all diese Erfahrungen gebracht, oder haben sie überhaupt etwas gebracht?
Und ich muss sagen: Ja! Ja, ich würde es nochmal machen. Ja, es ist nicht einfach. Und ja, ich würde es jedem anderen empfehlen. Man lernt selbstständiger zu werden, sich Menschen anzunähern und sein Leben anders wahrzunehmen. Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vorher war und bereue es nicht im Geringsten. Ich fühle mich erwachsener und ein Stück unabhängiger, weil ich weiß, was ich alleine schaffen kann. Ich stehe auch noch immer mit Amerikanern in Kontakt und werde diesen Kontakt auch weiterhin pflegen.

Abschließen lässt sich sagen, dass ich an Lebensfreude dazu gewonnen habe und ich bin allen Menschen dankbar, die mir das alles ermöglicht haben.

 

Leon Kutscher

Pauline beim Girls’Day 2015

Nachdem der Girls’Day dieses Jahr auf Grund von Bahnstreiks vom 23. April auf den 18. Juni verschoben wurde, freue ich mich, dass ich Pauline persönlich in meinem Büro begrüßen durfte. Ich hoffe, ich konnte Pauline einen ersten guten Einblick in meine Arbeitswelt verschaffen und all ihre Fragen beantworten.

Ein Erfahrungsbericht Paulines findet sich im Artikel.