Blick in den Mehrgenerationentreffpunkt im Wohnpark Süd

Vom Soziologen Max Weber (1864-1920) stammt der berühmte Satz, die Politik sei „ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich“. Offenkundig trifft dies auch auf die Lippstädter Kommunalpolitik zu, wenn man die Geschichte des 1996 nach 15jähriger Debatte im Stadtrat geschaffenen Jugendamtes und die vorangegangene siebenjährige Diskussion des jetzt in diesem Frühjahr im „Mikado“ eröffneten Mehrgenerationentreffpunkts betrachtet.

Lob

Daran erinnerte Hans Zaremba, der Vorsitzende des Jugendhilfe- und Sozialausschusses der Stadt Lippstadt, als die SPD ihren gut besuchten öffentlichen Empfang zur Inbetriebnahme der vom Bund mit 30.000 Euro geförderten und weiteren 30.000 Euro aus kommunalen Mitteln unterstützten Begegnungsstätte im Wohnpark Süd ausrichtete. Der Kommunalpolitiker bezeichnete den Treff in der einstigen britischen Kaserne „als eine ideale Ergänzung zum bereits bestehenden Büro für Senioren und bürgerschaftliches Engagement“, das im städtischen Fachbereich für Familie, Schule und Soziales verankert ist. Zugleich begrüßte der Sozialdemokrat, dass von diesem neuen Treffpunkt bereits etliche Kontakte zu anderen Institutionen und Gruppen im Stadtgebiet (ADFC, „Latschen und Tratschen“ sowie Busbegleiter) aufgebaut wurden. Dabei zollte er dem Team mit der „Mikado“-Leiterin Nanni Schütte ein großes Lob bei der Umsetzung des von der Politik vorangetriebenen Projektes. Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verkündete Richtschnur „Mehrgenerationentreffpunkte sollen die Infrastruktur vor Ort stärken“ habe die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik veranlasst, so der Ausschussvorsitzende, für dieses neue Angebot im Stadtgebiet das „Mikado“ zu bestimmen.

Erreichbarkeit

Ähnlich charakterisierte dies auch Manfred Strieth, Chef des in der Geiststraße beheimateten städtischen Tripelressorts für Familie, Schule und Soziales. Ein Aspekt sei auch die gute Erreichbarkeit gewesen, die durch den Öffentlichen Personennahverkehr und die Parkmöglichkeiten rund um das Haus in der Goerdelerstraße 70 bestehe. Ebenso hätten die enge Nachbarschaft zur Volkshochschule und Musikschule den Ausschlag für das „Mikado“ gegeben. Auch der Kommunalbeamte dankte in seinen Worten, dem Personal im Mehrgenerationentreffpunkt für ihr hohes Engagement, ohne dass dieses Projekt nach der Bereitstellung der Mittel nicht so rasch hätte realisiert werden können. Dazu gehöre auch der Sozialpädagoge Frank Osinski aus dem Jugend- und Familienbüro, der das aufwendige Antragsverfahren intensiv begleitet und die letztendlich überzeugende Konzeption für den Treffpunkt für alle Generationen in den einstigen „Churchill Baracks“ entwickelt habe.

Angebote

Was sich in der bisher kurzen Zeit des Bestehens des neuen Treffpunktes schon alles ereignet und dort seinen Standort gefunden habe, erklärte Nanni Schütte dem Publikum der SPD-Veranstaltung. Die abwechslungsreichen Angebote reichen vom Erzählcafe über die Hausaufgabenhilfe, dem offenen Kinderbereich und Sprachcafe bis zum Jugendtreff und Frauentanzgruppe.

Förderung

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Hellmich, der sich nachhaltig für die Bundesförderung des ersten Lippstädter „Mehrgenerationenhauses“ (so der offizielle vom Berliner Fachministerium benannte Begriff) für die nun aufgewertete Begegnungsstätte im Süden der Kernstadt stark gemacht hatte, hob das zum 1. Januar 2017 neu aufgelegte Bundesprogramm 2017-2020 für Mehrgenerationenhäuser hervor. Mit ihm wurde auch Lippstadt in die Lage versetzt, eine Einrichtung zu bilden, die es zuvor im Kreisgebiet schon in Bad Sassendorf und Rüthen gab. Das vom 17. Dezember 2013 bis zum 2. Juni 2017 von der Anfang Juli zur neuen Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern gewählten Manuela Schwesig geführte Familienministerium habe mit der starken Unterstützung des Bundestages die Voraussetzungen für 100 zusätzliche Häuser hergestellt, „um mit ihnen eine Stärkung des Miteinanders aller Generationen herbeiführen zu können“. Dadurch sei es auch möglich gewesen, die von den heimischen Sozialdemokraten seit dem „Markt der Möglichkeiten“ im Januar 2011 verfolgte Idee für einen Mehrgenerationentreffpunkt in Lippstadt zu verwirklichen.